Alles neu zusammensetzen – Interview mit Magdalena Wiegner

Wie stellt man eine Illustratorin am besten vor? Durch ihre Werke. Geredet haben wir aber auch. Viel Spaß mit Magdalena Wiegner.

 

 

 

 

Stereotypen durchbrechen

 

 

Der fliegende Stoffwahl

Liebe Magdalena, wie kam es dazu, dass du heute als Illustratorin tätig bist?

Ich zeichne seit dem Kindergarten und habe nie aufgehört. Keine Illustratorin zu werden, wär in meim Fall wie Essen wegschmeißen. Gottseidank bin ich einfach dabei geblieben und hab nicht stattdessen “was sinnvolles” gelernt. Mein Leben ist großartig und ich feiere es mega, auch wenns in Coronazeiten ein wenig mit der Kohle hakt.

Wie bereitest du dich vor, wenn du die Aufgabe hast, ein Thema „live“, zum Beispiel während eines Workshops oder Meetings zu illustrieren?

Ich les mir kurz die Agenda durch, zeichne das Überschriftenbanner vor und das wars, der Rest is freestyle.

 

 

Du widmest dich mit deiner Kunst verschiedenen Bereichen. Wie gestaltest du deine Woche?

Jeder Tag ist anders; ich starte immer mit Sport, Atemübungen und kalt duschen. Dann schaue ich was gesellschaftlich ansteht: Orga, Steuer, Kundentelefonate, Auftragsjobs, etc. Wenn alles terminliche geregelt ist, arbeite ich an meiner Kunst; Streetart wie Sticker und Paste-updesigns, Kollaborationen mit anderen Künstlern, Digital Painting, die aus meinen Traumtagebüchern inspiriert sind, Zeichenvideos für meinen You Tube Kanal und mein Tutorialpaket, das im nächsten Jahr rauskommt. Aktuell: einrichten meines neuen Onlineshops, Kunstprodukte herstellen und verkaufbar gestalten … das ist so viel, da kann es gar keine Ordnung geben, aber ich hab alle Baustellen im Blick und jongliere sie langsam nach oben.

 

 

 

“Kitsch geht gar nicht”

 

 

 

Metamorphosis_cover

Deine Urban und Street Art Zeichnungen brechen mit Stereotypen und verschiedene Welten vermischen sich. Wie hast du diese Art zu zeichnen entwickelt?

In erster Linie durch das Abstoßungs- und Anziehungsprinzip – was mag ich, was nicht. Jeder Stil ist letztlich ein best of von allem was ich toll finde. Ich liebe zum Beispiel den schmutzigen Strich von Mr. Dean Tailor, Herakut oder Ralph Steadman, feiere das träumerische Farbkonzept sowie die Körperformen des Animes Tekkonkinkreet. Ich liebe die Dynamik und den Mut zur Hässlichkeit, den Tank Girl Comics repräsentieren und mag es Schönheitsstereotypen zu durchbrechen indem ich kleine, weit auseinanderstehende Augen, abstehende Ohren und große Nasen zeichne. Der Witz ist; meine Figuren sind trotzdem attraktiv – man muss nicht immer 15-Jährige mit Riesentitten zeichnen um eine schöne Frau darzustellen. Dieses Kindchenschema langweilt mich einfach zu Tode. Auch meine Tiercharaktere, die Orbles, sind immer etwas unförmig, dicklich, fashionqueer und weird – das ist mir wichtig. Sie müssen alle immer gerade an der Grenze zwischen zauberhaft und unheimlich sein, dann sind sie gut. Kitsch geht gar nicht, davon gibt es leider schon viel zu viel … und ich leide ganz arg darunter.

 

Woher nimmst du die Ideen für deine Bilder?

Aus meinen Traumtagebüchern hauptsächlich. Ich sammle meine Träume und habe nun langsam begonnen, diese in Bilder umzusetzen. Das war ein langer Weg dorthin, aber nun bin ich mit meinem Stil endlich soweit zufrieden, dass ich professionell damit arbeiten kann.

Wie tankst du auf? Brauchst du manchmal Pausen von deiner Kunst, oder ist sie stets in deinem Alltag verwoben?

Mein Kopf rattert immer, das ist nicht abstellbar. Den künstlerischen Teil möchte ich auch nicht abstellen – den gesellschaftlichen schon. Den krieg ich mit viel Sport, Festivals, Camping, Lesen und Freestyle-Jamsessions beruhigt. Das ist auch wahnsinnig wichtig.

 

 

 

Homepage und Shop
www.magdalenawiegner.com

 

 

 

 

 

Warrior

Digital art: https://www.instagram.com/magdalenawiegner/

Urban Art: https://www.instagram.com/orble_vizuals/

Business Illustrations: https://www.instagram.com/sauschnell_illus/

You Tube: https://www.youtube.com/channel/UCPm-kV7wVjlKS0IJV3bzchQ

Bildrechte: Alle Bildrechte liegen bei Magdalena Wiegner.

Das Fuchs-Buch signiert und Instagram

Ihr Lieben, ihr könnt “Die Reise des Fuchses” nun auch direkt bei mir bestellen. Wenn ihr mögt, mit Widmung und Signatur. Für 6,50 Euro gehört es euch (4,95 € für das Buch und 1,55 € für Porto und Verpackung/Vorkasse). Schreibt mir gerne eine Mail an: inaspostkasten@ina-steg.de.

Mehr Infos zu dem Buch findet ihr hier auf meinem Blog.


Übrigens bin ich nun auch auf Instagram unterwegs. Ich würde mich freuen, wenn wir uns dort begegnen.

Herzlich, eure Ina

Bühnenseelen und das Knistern in der Luft

_Anne Barth_

Auf der Bühne




“Das Theater zieht einen in den Bann. Hat man lediglich Bilder von einem Stück, fehlen die Musik und die Stimmen und somit ein großer Teil der Atmosphäre. Um das auszugleichen muss ich nah an die DarstellerInnen heran und Momente finden, in denen sie ganz eins mit ihrer Rolle sind. Ich will die Spannung einfangen, die schon fast die Luft zum knistern bringt. Anfangs hieß das für mich, dass ich mir jedes Stück einmal ansah, bevor ich es dann bei der nächsten Probe fotografierte. Inzwischen habe ich genug Übung. Ich lasse mir den Ablauf kurz erzählen und fotografiere direkt. Das zu erreichen hat einige Jahre und Vorstellungen gebraucht, hilft mir inzwischen aber auch sehr bei anderen Aufträgen.”

“Am liebsten fotografiere ich bei einer Probe auf der Bühne, bewege mich zwischen den SchauspielerInnen und ArtistInnen. Es ist ein seltsames Gefühl, wenn ich ein Stück fotografiere. Ich tauche so sehr ein, dass ich vieles um mich herum gar nicht mehr wahrnehme.”

“Mit der Theaterfotografie begann es, als ich während des Studiums an der Fotoakademie in Köln den Auftrag bekam ‘Die Produktion von …’ zu fotografieren. Während meine KommilitonInnen zu Geigenbauern, Winzern und ähnlichem zogen, war für mich klar, dass ich die Produktion eines Theaterstückes dokumentieren wollte. So kam es, dass ich vier Wochen lang eine Kollaboration zwischen Schauspielern, Artisten und Musikern im Zirkus- und Artistikzentrum in Köln dokumentierte, die gemeinsam in einem sehr freien Schaffungsprozess ein Stück entwickelten. Diesen Prozess zu begleiten hat mich und meinen Blick auf das Theater sehr geprägt. Es ging dabei nicht darum, ein klassisches Stück in einer neuen Interpretation auf eine große Bühne zu bringen, sondern Dinge auszuprobieren, sich auf Neues einzulassen, seine Komfortzone zu verlassen und etwas hervorzubringen, das nur im Zusammenspiel Aller entstehen konnte.”

“Als Fotografin bin ich häufig einer der ersten Außenstehenden, die das Stück (fast) fertig sehen. Einmal wurde ich nach der Generalprobe gefragt, was ich davon halten würde, wie sich die Musik peu à peu verändert, indem sie von einem harmonischen Stück immer schräger und schiefer wird. Ich hatte es nicht wahrgenommen. Bei der Premiere, die ich als Zuschauerin sah, war mir unbegreiflich, wie es mir nicht hatte auffallen können, wie sehr die Musik sich verändert. Aber wenn ich fotografiere, wird so etwas offenbar nebensächlich für mich.

Vielleicht ist es auch das, was ich an der Theaterfotografie so mag, das Menschliche dazwischen. Mit einem bestimmten Regisseur habe ich schon häufig zusammengearbeitet. In der Zusammenarbeit mit ihm habe ich die Möglichkeit, mich sehr viel mehr in das Stück einzubringen, anstatt es wie sonst nur zu dokumentieren. So bin ich, obwohl ich ‘nur’ Fotografin bin, beim ersten Treffen mit den SchauspielerInnen dabei, kann Gedanken zum entstehenden Stück äußern und bin sehr frei, was die Umsetzung des Plakates angeht. Zum Teil konnte ich Filme und Bildsequenzen, die in dem Stück verwendet wurden, beisteuern. So wird aus der dokumentarischen Theaterfotografie auf einmal ein gemeinsamer Schaffensprozess, was mich persönlich sehr erfüllt.

Nach einigen Jahren in diversen Theatern kannte ich die ersten Fettnäpfchen und Fallstricke (nach der Generalprobe wird nicht applaudiert, man spuckt sich vor der Premiere über die Schulter und wünscht sich ‘Toi Toi Toi’, niemand läuft über den frisch geputzten Tanzboden usw.). Ich hatte viele SchauspielerInnen kennengelernt und wusste wie es wo zugeht. Nach und nach wurde mir bewusst, dass der Blick der ZuschauerInnen sich nur auf das Geschehen auf der Bühne richtet, etwas ganz essentielles aber verborgen blieb: die künstlerischen LeiterInnen der jeweiligen Bühnen. Die Menschen, die ihre Idee, vielleicht auch Vision, ihres Theaters umsetzen.

Manche Theater sind politisch, andere richten sich an Kinder, wieder andere sind extrem experimentell. Vor allem die kleinen Theater sind ein Spiegel der Persönlichkeit Ihres bzw. Ihrer künstlerischen LeiterIn, es sind für mich die ‘Bühnenseelen’. Diese Menschen wollte ich zeigen, ihnen eine eigene Bühne bieten. Für mich sind sie, neben den großartigen SchauspielerInnen, der Kern der Kölner Theaterszene. Somit portraitierte ich über 1,5 Jahre ca. 50 künstlerische LeiterInnen / IntendantInnen der freien Kölner Theaterszene.”

Hinter den Kulissen

Marina Barth_Klüngelpütz

Heinz Simon Keller_Theater der Keller

Mareike Marx_Metropol Theater

“Ich traf mich mit jedem bzw. jeder an einem Ort seines/ihres kreativen Schaffens. Und so wie ich bei der Bühnenfotografie versuche, den Moment der Rolle einzufangen, versuchte ich bei diesen Menschen ihre Persönlichkeit zu erfassen. Manchmal fand ich diesen Moment nach 15 Minuten, manchmal tranken wird vorher dreieinhalb Stunden lang Kaffee und unterhielten uns, bis genug Vertrauen und Offenheit da war, um den Menschen, und nicht nur eine Maske, zu zeigen.”

Anne Barth_Theaterfotografie_Portraits_Reportagen

Anne Barth ist seit 2016 selbstständige Fotografin, das Fotografie-Diplom wurde ihr kurz davor an der Fotoakademie in Köln verliehen. „Ins Theater bin ich schon immer viel gegangen. Als Grundschulkind hatte ich gemeinsam mit einer Freundin ein Abo für das Theater im nächsten Ort. Einmal im Monat putzten wir uns nach eigenem Ermessen fein heraus und sahen ‚Die Zauberflöte‘, ‚Die kleine Hexe‘, ‚Der Nussknacker‘ und vieles mehr. Als Studentin in einer anderen Stadt waren es unter anderem die vergünstigten Studententickets, die mich regelmäßig ins Theater zogen. Ein paar Jahre später heiratete ich sozusagen in eine Theaterfamilie ein, meine Schwiegermutter leitet das Kölner Kabarett-Theater ‚Klüngelpütz‘, mein Schwiegervater hat das Theaterpädagogische Zentrum, sowie das ‚Zirkus- und Artistikzentrum Köln‘ ins Leben gerufen.“

Bewegungen bannen und Licht einfangen

Selbstportrait_Pfingstrose

Bei ihrer ersten umfassenden Dokumentation der Entstehung eines Stückes während des Studiums begegnete sie auch den besonderen Herausforderungen und Tücken der Theaterfotografie. „Nun, sechs Jahre später, glaube ich, dass ich im Theater bzw. Zirkus (dabei spreche ich stets vom modernen Artistik-Zirkus) einen großen Teil meiner technischen Fähigkeiten erlangt habe. Im Theater und Zirkus ist es prinzipiell sehr dunkel, die Kontraste sind sehr hoch. Unsere Augen sind viel besser als eine Kamera in der Lage, schwierige Lichtsituationen zu kompensieren. Gleichzeitig gibt es unerwartete, mitunter schnelle Bewegungen. Dadurch kann ich einerseits nur kurz belichten, was der schlechten Lichtsituation zuwiderläuft, andererseits muss ich selbst sehr schnell sein und ‚wissen‘ wann wo was passiert. Aber auch das macht für mich den Reiz der Theaterfotografie aus. Ich stehe plötzlich in einer verrückten, bunten, mitunter schrillen Welt und während ich noch in sie eintauche, dokumentiere ich sie. Was mich berührt, fange ich mit meiner Kamera ein. Genau dafür bin ich Fotografin geworden.“

Die Serie ‘Bühnenseelen’ wurde im Rahmen der letzten Kölner Theaternacht im Oktober 2019 ausgestellt. Die Portraits sind auf der Webseite von Anne Barth zu sehen.

Die Fotos “auf der Bühne” entstanden in den Jahren 2016 bis 2020 in Köln.

Wer mehr über Anne Barth erfahren mag, kann sich auf ihrer Webseite, ihrem Instagram– oder Twitter-Account sowie auf ihrer Facebookseite umschauen.

Bildrechte: Die Fotos dürfen ohne Genehmigung der Fotografin Anne Barth nicht kopiert oder veröffentlicht werden.

Das kleine Kunstfoyer präsentiert: (Kunstleben mit) Teena Leitow

Küchengeschichten III oder: Du siehst so aus, wie ich mich fühle

~ Vom Festhalten schöner Momente ~

“Das Festhalten von besonderen Momenten ist schwierig. Wenn man sie dokumentieren möchte, zum Beispiel fotografisch, ist der besondere Moment ja schon vorbei, weil Du dann nicht mehr voll und ganz darin bist… Der Wunsch, etwas festzuhalten verändert bereits die Situation. Das ganz Besondere ist eigentlich das, was nicht festgehalten werden will. Besondere Begegnungen, Erfahrungen, Erlebnisse – flüchtig und daher so besonders. Erinnerung und Auseinandersetzung in künstlerischer Form (schriftlich oder bildlich) sind ja meist ein ‘Danach’. Ein Reflektieren, Interpretieren besonderer Momente und Gefühle.”

Wie kann man aus deiner Sicht den gegenwärtigen Augenblick würdigen und ihn ganz und gar auskosten?

“Im Jetzt sein. Klingt einfach, ist jedoch eine Kunst. Mir gelingt das besonders gut in der Natur – im Wald, am Meer oder im gARten und im künstlerischen Schaffensprozess.”

“Die Verbindung von Kunst und Leben ist mir sehr wichtig. Kunst eröffnet neue Perspektiven. Man muss ein Werk nicht zwingend intellektuell verstehen, man kann es auch intuitiv erfassen. Spricht das Werk zu Dir? Fühlst Du dich angezogen? Oder vielleicht auch abgestoßen? Wenn Kunst etwas Besonderes macht mit Dir, lohnt es sich, sich damit intensiver zu beschäftigen …”

Kunst, die meine Phantasie anregt, begeistert mich und ich möchte selbst auch mit meiner Kunst Phantasie und Liebe zum Leben beflügeln.

Foto aus dem Atelier.

“Unikate, Echtes, liebe ich. Von Menschen mit Hand und Liebe Gemachtes. Dafür möchte ich auch den Betrachter begeistern. Kunst gehört für mich nicht hinter verschlossene Türen oder in Tresore. Kunst gehört in den Alltag und gerne auch in die Küche. Ein Ort, wo sich die meisten Menschen gern und viel aufhalten. Ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen ihren Sinn für das Besondere, Einzigartige und Individuelle entwickeln, in Kunst investieren und damit lebende KünstlerInnen unterstützen und nicht massenhaft, billig reproduzierte Drucke kaufen.”

Grüße aus der Küche

Zitat v. Tinguely

// Kühlschrank-Foto


~ Kunst und Leben l(i)eben ~

Kunst ist für mich geistige Nahrung. Das Erleben oder auch Träume künstlerisch zu verarbeiten, empfinde ich als sehr heilsam. Im Beuyschen Sinne möchte ich „unmögliche Gärten“ schaffen. Meine Serien Die Wundersamen und You and me in Octopussys garden in da sea stehen dafür vielleicht exemplarisch.

Da garden of Love and Peace
Die Wundersamen III

~

In meinem atelier acht gARTen gibt es alte Bäume, Wildpflanzen, wildes Gemüse, Pilze, besondere Fundstücke vom Meer und aus dem Wald, kleine Objekte, Skulpturen und Plätze zum Verweilen. Auch hier verbinden sich Kunst und Leben.

Die Natur ist meine liebste Inspirationsquelle. Die Zeiten am Meer im Wald und im gARTen genieße ich ganz besonders. Meerblau ist meine Farbe und waldgrün und und und. Jedes Mal sind die Farben dort anders. Sie verändern sich je nach Jahreszeit, Witterung, Licht … Ich liebe das. Wann immer möglich, bin ich dort. Da vergesse ich die Zeit, bin im flow, finde im Wald Pilze und am Meer Meeresgemüse – nebenbei sammle ich Müll und finde immer wieder Schätze, zum Beispiel besondere Scherben, die ich später in meinen Assemblagen verarbeite …

… Meine Farben finden. Dazu gibt es ein Interview von 2016:

Find dine farver

Der Aspekt der Umweltverträglichkeit ist mir auch in meiner künstlerischen Arbeit sehr wichtig. Früher (im Studium) habe ich auch mit Ölfarben gearbeitet, danach sehr lange mit Acrylfarben, seit 2016 sind Kreidefarben meine Favoriten. Sie sind sehr umweltfreundlich, gut zu verarbeiten und stinken überhaupt nicht … Für mein Blau mische ich unterschiedliche Farbtöne. Im Moment habe ich wohl parallel meine Blaue und Altrosa-Phase.

Wie entstehen deine Collagen? Wo findest du die Bestandteile dafür? Was macht die Arbeit daran besonders?

“In meinem Atelier habe ich einen großen Fundus an Materialien. In der Natur, unterwegs auf Reisen, auf Flohmärkten, in Antiquariaten … oder auch im Alltag finde ich immer wieder Dinge, die mich inspirieren. Häufig bekomme ich auch Material geschenkt, es gibt sehr freundliche Das kannst Du doch bestimmt gebrauchen-Sammler und Freunde. So kam ich zum Beispiel zu einer riesigen Sammlung alter Oblaten, Glanz-, bzw. Poesiebildern. Der nachhaltige Upcycling-Aspekt ist mir dabei sehr wichtig.

Häufig denke ich: Die Dinge finden mich zum richtigen Zeitpunkt … Manchmal verarbeite ich sie direkt, doch meistens sammle ich sie und sortiere nach Themen. Schräges, Humorvolles, Unsinn begleitet mich, so lange ich denken kann. Dazu kommt mein besonderes Interesse für die Natur, Wald, Meer, Früchte, Pflanzen, Pilze …”

Sammelboxen

Was macht dich glücklich? Was sind für dich schöne Momente?

“In Verbindung mit der Natur sein, künstlerisch tätig zu sein, Liebe und Frieden zu spüren im Austausch mit anderen Menschen – besondere Begegnungen, das macht mich glücklich: Im gARTen oder Atelier arbeiten, am Meer sein, im Meer schwimmen, im Wald sein, Pilze sammeln, Ausstellungen besuchen, eintauchen in die Kunst inspirierender KünstlerInnen, Lesen, Musik, Reisen, Freunde treffen, in meiner Pilzküche experimentieren …”

Drinnen – Atelier und Workshop

Zurzeit bereite ich mehrere Ausstellungen vor: eine Ausstellung in Salzhausen im Rahmen des Kultursommers des Landkreises Harburg, der Titel ist “Wundersame Begegnungen”. Desweiteren arbeite ich an 2 Werken für die Teilnahme an einer Ausstellung im Kiekeberg Museum. Und es gibt noch eine weitere Ausstellungsanfrage, da muss ich jedoch erst einmal die Möglichkeiten vor Ort klären.

Meine Arbeiten entstehen in meinem Atelier, wenn das Wetter es zulässt, arbeite ich auch gern draußen, zum Beispiel an der alten Tischlerwerkbank, die ich von meinem Opa geerbt habe.

Täglich arbeite ich ca. 4 bis 8 Stunden im Atelier, in intensiven Schaffensphasen ist es auch deutlich mehr. Da gibt es dann auch häufiger Nachtschichten. Wie sagte Picasso so schön: „Die Inspiration existiert, aber sie muss Dich bei der Arbeit finden.“

Manchmal brauche ich Stille zum Arbeiten und dann wieder Musik – es ist sehr unterschiedlich. Für meine Mixedmedia-Arbeiten benötige ich viele Collage- und Assemblage Materialen, natürlich versuche ich da ein Ordnungssystem zu schaffen – doch das kreative Chaos gewinnt immer wieder ;))

Meine ersten Collage-Workshops für Kinder und Jugendliche habe ich vor einigen Jahren im Rahmen des Projektes „Guck ma“ von hamburg mal fair an Hamburger Schulen durchgeführt. Es ging im Rahmen des Projektes der ‘Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)’ um die Auseinandersetzung mit Fairness und fairtrade und um die Visualisierung und künstlerische Auseinandersetzung mit diesen Themen. Das hat mir viel Freude bereitet, daher biete ich auch im kleinen Rahmen für Kinder und Jugendliche individuelle Workshops bei mir im Atelier an.

Es motiviert mich, meine Interessen so zu verbinden, dass ich das, was ich leidenschaftlich gern tue und was mir guttut, auch gern mit anderen teile, die daran Interesse haben. Die Leidenschaft für Pilze begleitet mich seit meiner Kindheit und über die Jahre habe ich viel Wissen erworben. Einige FreundInnen haben mich im Laufe der letzten Jahre gefragt, ob ich sie mitnehme “in die Pilze”. Das waren dann jedes Mal ganz besondere Erlebnisse und daraus ist die Idee gewachsen, meine Pilzbegeisterung auch in berufliche Bahnen zu lenken.

Letztes Jahr habe ich meine Ausbildung zum Pilzcoach bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie erfolgreich abgeschlossen. Ich freue mich sehr darüber, meine Leidenschaft für Wald und Pilze nun neu mit dem kreativen Schaffen verbinden zu können.

Neben den neuen Workshops, die ich plane, wird mein Atelier jetzt auch zum Experimentierfeld für die Zucht von Edelpilzen. Mein Plan B, da ich ja in Bezug auf das erfolgreiche Sammeln von Waldpilzen immer sehr witterungsabhängig bin. Die Klimaveränderung ist auch in Sachen Pilze eine echte Herausforderung …


~ Faszination und Inspiration Rosenseitling ~

Wer sich für meine Pilz-Kreativ-Workshops und Seminare interessiert findet weitere Infos unter: https://pilzcoach.wordpress.com/

Draußen – Kunstaktion

#CleanUpThebeach

und

#LoveArtNature


#CleanUpThebeach – Fundstücke, Schätze für Assemblage-Arbeiten


#LoveArtNature – Langeland 2018

Kunstaktion #LoveArtNature an der Wismarbucht

Die Initialzündung für meine Müllsammel- und Kunstaktionen war 2014 in Dänemark. Da habe ich bei einer Müllsammelaktion am Strand mitgemacht: es war unglaublich, was wir dort alles gefunden haben. Seitdem kann ich gar nicht mehr in der Natur sein, ohne Müll zu sammeln. Früher habe ich mich häufig nur geärgert über die Vermüllung. Seit Jahren habe ich nun immer ein, zwei große Baumwollbeutel dabei und sammle den Müll, den ich tragen kann.

Da ich neben Müll auch Besonderes finde, das ich in meiner Assemblage-Kunst verarbeite, hatte ich vor ein paar Jahren die Idee, es auch an den Fundorten zu zeigen.

Der Müll kehrt also in Kunstform zurück und soll andere inspirieren, genauer hinzuschauen – und im besten Fall auch Müll zu sammeln, bzw. den eigenen Müll wieder mitzunehmen und ihn nicht achtlos in der Natur zu entsorgen …

Bei den Müllsammel- und Kunstaktionen komme ich immer wieder mit interessierten Menschen ins Gespräch. Das Feedback ist sehr positiv und manche machen tatsächlich spontan mit oder sie bekunden, dass sie in Zukunft auch Müll sammeln werden.


Schätze, gefunden auf Langeland, DK 2018 (Hühnergott und Treibgut-Holzsockel)
An der Ostsee

Aus der Aktion hat sich auch ein ganz besonderes Traveling Art Project mit meinen Freunden von heimathafen.one entwickelt: https://heimathafen.one/de/page/kunst-bord

Sponsoren, Mäzene für meine #CleanUpTheBeach und #LoveArtNature Aktionen sind herzlich willkommen. Auch mit dem Kauf meiner Kunst unterstützt Ihr diese Aktionen.

Liebe BesucherInnen des Kleinen Kunstfoyers, dankeschön für Euer Interesse.

Wenn Ihr mehr erfahren wollt, findet Ihr mich hier: 

Die aktuellen Ausstellungen, Vernissagen, die ich lange vorbereitet habe, wurden leider abgesagt oder unter Vorbehalt wegen der Corona-Situation verschoben. Bei Interesse findet Ihr den aktuellen Stand unter: https://atelierachtweb.wordpress.com/about.

Mein nächstes offenes Atelier „Kunst und Kännchen“ im atelier acht und gARTen findet voraussichtlich im Sommer statt. Save the date: 22. August 2020.

Herzlich, eure Teena Leitow

Bildrechte: Alle Bildrechte liegen bei © Teena Leitow. Die Bilder dürfen ohne Genehmigung der Urheberin nicht kopiert oder weiterverwendet werden.

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Ihr Lieben, ich danke euch für den Besuch im kleinen Kunstfoyer. Dieses Projekt ist für mich eine Herzensangelegeheit, vor allem in Zeiten wie diesen. Unterstützt eure Lieblingskünstler*innen jetzt umso mehr, jeder kleine Beitrag zählt, er gibt nicht nur Mut, sondern kann helfen, Existenzen zu retten. Ich bereite für euch die nächste Ausstellung vor.

Eure Ina

Drei Künstlerinnen – Ein Buch: „Die Reise des Fuchses“


Ich kenne deinen Namen gar nicht, sagte der Fuchs eines Tages zur Krähe. Doch, antwortete sie.

© Madita Sternberg

Alles begann im Herbst 2017 mit einem Tweet auf Twitter. Die Bedeutung von Tieren in Märchen und Fabeln hat mich schon immer auf tiefe Weise berührt. Als ich längere Zeit gedanklich feststeckte, suchte ich einen Weg, die Situation anders betrachten zu können und plötzlich saß da der Fuchs am Fluss und stellte ihm Fragen. Kurz darauf landete die Krähe am Ufer. Sie gab dem Fuchs Antworten und immer öfter gingen sie ein Stück des Weges gemeinsam. Ich bekam wunderschöne Rückmeldungen zu den Tweets und wollte gerne mehr daraus machen.

Anna Thur und ich arbeiten schon seit vielen Jahren immer mal wieder zusammen an kleinen Projekten. Sie hatte erkannt, dass sich der Fuchs im Laufe der Zeit auf eine Reise begeben hatte. Sie wollte die einzelnen Momente verbinden.

Anna Thur: Der Fuchs tauchte immer wieder auf Twitter auf. Ich bemerkte, dass es kleine Teile von einem großen Ganzen sind, das musste einfach zusammengeführt werden.

Ihr Ansporn, ein Buch daraus zu machen, ermutigte mich, eine Idee weiterzuverfolgen, die mich in Bezug auf den Fuchs seit Beginn nicht mehr losgelassen hatte. Ich wollte ihn zeichnen lassen. Ich mag die Art der Illustrationen von Madita Sternberg sehr. Sie hat eine Hingabe für Details und Gespür für die Atmosphäre eines Momentes.

Madita Sternberg: Nach den ersten Skizzen in unterschiedlichen Stilen war schnell klar, dass der Fuchs und die Krähe ganz besonders aussehen mussten. Für mich wirkten die Texte immer wie eine Art Traum, und so fand ich es passend, dass auch die Bilder ein wenig nach einem Traum aussehen sollten.

Ich unterteilte das Buch in vier Kapitel, Madita zeichnete dazu und Anna gab den kleinen Momenten einen neuen Rhythmus und brachte alles zusammen in Buchform. Ich freue mich sehr, dass euch der Fuchs nun mit auf seine Reise nehmen kann.

Hier geht es zum Buch, darin findet ihr übrigens auch das ganze Gespräch zu unserem Projekt. Ich wünsche euch viel Freude damit.

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