Über das Glück, mit jemandem eine Geschichte zu schreiben

Zugeschnitten2

                          Zugeschnitten

             

„Gasse ohne Mondlicht“

 

 

 

Schreibprojekt mit Jolene Walker

Sechs Monate lang durfte ich mich auf ein Schreibabenteuer einlassen, was in mir tiefe Spuren hinterlassen hat. Es hat mich zum Nachdenken gebracht. Nicht nur über das Schreiben selbst, sondern auch, wie ich anderen Menschen begegne.

Ich folge Jolene Walker seit langer Zeit auf Twitter. Ich mag ihre Tweets über starke Gefühle, wie Sehnsucht, Leidenschaft und Liebe, aber auch über Zweifel und Trauer. Jolene hat den Mut diese Empfindungen klar zu benennen. Dieser Mut findet sich auch in ihren Geschichten. Ihre Figuren stecken oft in einem Strudel aus Gefühlen, sind in ihren Worten und Gesten aber sehr klar und treffen einen damit mitten ins Herz.

Ich arbeitete im letzten Jahr an einer Geschichte, deren Thema mir sehr wichtig ist. Ich habe es schon ein paar Mal erleben dürfen, Menschen zu treffen, die ich sehr mochte, aber nicht klar benennen konnte, in welche konkrete Richtung das Ganze ging. Bevor ich oder der beziehungsweise die andere den nächsten Schritt machte, trennten sich unsere Wege. Ich habe mich gefragt, wie es gelaufen wäre, wenn man den Mut gehabt hätte, sich nur für einen einzigen Abend zu treffen, mit der Übereinkunft, sich gegenseitig Fragen zu stellen und diese ehrlich zu beantworten.                                                         Ich fühlte mich zu Jolenes Art des Schreibens hingezogen. Vielleicht spürte ich auch, dass es eine Art war, die mir zu diesem Zeitpunkt sehr fehlte. Denn die beiden Frauen, Jill und Catrin, blieben trotz meines Vorhabens, sie mutig sein zu lassen, in meiner Geschichte eher oberflächlich. Ich fragte Jolene, ob sie mit mir an der Geschichte arbeiten wolle. Sie sagte zu. Ihre Idee, den Text von Beginn an gemeinsam zu bearbeiten war genau richtig. Wir tauschten uns über die Hintergründe von Jill und Catrin aus und ließen ihr Treffen in einem etwas heruntergekommenen, aber gemütlichen italienischen Restaurant stattfinden. Wir legten weder den Verlauf, noch das Ende der Geschichte fest. Ich machte den Anfang und als ich den Text abgeschickt hatte, erlebte ich etwas sehr Schönes. Mich packte Nervosität und Vorfreude zugleich. Ich, beziehungsweise Catrin, saß in dem Restaurant und wartete.

Wenn man alleine für seine Figuren und den Verlauf der Geschichte verantwortlich ist, weiß man in welche Richtung man will. Man schreibt und webt die Fäden unaufhörlich weiter. Doch unsere Art der Zusammenarbeit zwang mich, abzuwarten was passieren würde. Und so, wie es im Leben auch oft ist, malte ich mir dennoch aus, wie die Begegnung ablaufen könnte. Als Jolene mir den nächsten Abschnitt schickte, traf Catrin auf eine charmante, aber auch vorsichtige Jill, von der ich insgeheim gehofft hatte, sie wäre offener. Ich hatte mir gewünscht, dass Jill das Ruder übernehmen würde und Catrin einfach auf sie reagieren müsse. Zwischen ihnen entstand eine intime und sehnsuchtsvolle Spannung. Keine von beiden wollte diese durch falsche Worte oder Gesten kaputt machen. Mir wurde klar, dass ich die beiden durch meine Vorüberlegungen nicht mehr in eine bestimmte Richtung drängen wollte. Ich verweilte in der jeweiligen Situation, wenn ich den Text abschickte und ließ mich darauf ein, erst zu reagieren, wenn die neue Entwicklung vor mir lag. Ich wusste nie, was mich erwartete und konnte mich nicht darauf vorbereiten, was der neue Abschnitt in mir auslösen würde. Das machte das Schreiben zu einem sehr intensiven Erlebnis.

Diese Erfahrung hat mich verändert. Ich will seitdem anderen Menschen bewusster begegnen. Ich versuche, mir nicht ständig vorzustellen, wie ein Treffen ablaufen könnte oder wünsche mir bestimmte Reaktionen herbei. Ich begebe mich in die Situation und lasse sie mit dem anderen entstehen. Ich spüre, dass diese Herangehensweise mein Schreiben ebenfalls beeinflusst. Ich lasse die Figuren aufeinandertreffen, ohne dass ich das Ende der Szene festlege. Mich durchströmt neuer Mut, die Kontrolle abzugeben und mich ganz und gar auf die Gefühle einzulassen, die im Wechselspiel Moment für Moment entstehen. Und das alles, weil Jolene mir ein „Ja“ geschenkt hat. Ich werde diese Zeit nie vergessen.

 

Hier kommt ihr zur „Gasse ohne Mondlicht“

Cover

Von Wölfinnen auf der Buchmesse

Ich freue mich euch mitteilen zu können, dass der Ylva Verlag in diesem Jahr einen eigenen Stand auf der Buchmesse haben wird. Von Mittwoch, den 11. bis Sonntag, den 15. Oktober könnt ihr meine Verlegerin Astrid Ohletz und ihr Team in der Halle 4.1, am Stand A 41 treffen. Ich werde am Sonntag gegen 13 Uhr dazukommen.

Unbenannt

QE7YQDSJ

Am Sonntag um 14 Uhr signieren Jae und ich am Stand unsere Bücher. Am Samstag um 14 Uhr wird Jae ebenfalls eine Signierstunde geben.

 

 

Ich freue mich sehr darauf, euch zu sehen. Es ist immer schön, zu erfahren, was man beim Schreiben besser machen kann (oder was schon ganz gut läuft, smile).

 

Am Samstag, den 14. findet ab 20 Uhr die 15. „lesbisch schwule Lesenacht“ im LSKH statt, dem lesbisch schwulen Kulturhaus. Ich werde mit Jae und Astrid Ohletz auf der Bühne stehen. Es wird aus Jaes Buch „Hängematte für zwei“ und meinem Roman „Eine Diebin zum Verlieben“ gelesen.

Perfect

Wir bringen euch die druckfrischen Exemplare von Jaes Roman „Perfect Rhythm“ mit, der Mitte Oktober auf Deutsch erscheinen wird. Ich hoffe, wir sehen uns in Frankfurt!

Banner_Buchmesse

Wer es in diesem Jahr nicht zur Buchmesse schafft, kann mit uns übrigens über viele Kanäle in Kontakt bleiben: Mein Verlag ist unter anderem auf Facebook zu finden. Jae hat eine vielseitige Homepage und ist auf Twitter sowie Facebook unterwegs. Und von mir könnt ihr ebenfalls regelmäßig etwas bei Twitter lesen. Nach der Buchmesse gibt`s einen Bericht von mir an dieser Stelle.

See ya! Eure Ina

Auf den Spuren von Robin Hood – Ein Roman entsteht

DSC_0055

        Von der Suche nach einem Romanthema, einer Recherche, die fast in einem Papierkeller geendet hätte und einer Hauptfigur, die einen realen Helden zum Vorbild hat

 

 

 

Nachdem „Alles nur Kulisse“ veröffentlicht war, begann ich mir Gedanken über eine neue Geschichte zu machen, die das Potenzial für einen Roman haben könnte. Da mich die Figuren und die Thematik lange begleitet hatten, verbrachte ich viele Wochen damit zu überlegen, womit ich mich nun intensiv beschäftigen wollte. Ich wusste, dass es etwas sein musste, was meine Neugierde wecken würde, um bei den Recherchen nicht zu schnell aufzugeben, vor allem wenn es mal knifflig werden sollte und ich wollte ein spannendes Thema auswählen, das hoffentlich auch den Leserinnen und Lesern interessante Details vermitteln würde.

Eines Tages betrachtete ich meine Film- und Büchersammlung und ließ die Erinnerungen der Geschichten auf mich wirken. Robin Hoods Abenteuer lösten jedes Mal vielseitige Gefühle bei mir aus. Zum einen hatte er ein Leben außerhalb der gesellschaftlichen Norm gewählt und blieb doch den Menschen zugewandt. Mehr noch: da ihm selbst große Ungerechtigkeit widerfahren war, tat er alles, um andere davor zu bewahren. Pfiffig, charmant und gewitzt bestahl er die Reichen und verteilte das Geld an die, die es brauchten. Mich berührte der Wille, etwas verändern zu wollen und der Mut, sich gegen die Mächtigen durchzusetzen. Robin machte zudem keinen Unterschied, ob er nur einem Einzelnen helfen konnte oder Vielen, er handelte in dem Bewusstsein, dass jede seiner Gesten, jede kleine Veränderung, wichtig war.

Was würde ich erfahren, wenn ich mich auf die Spuren von Robin Hood begab? Und was für eine Geschichte könnte entstehen, wenn ich Robin in unsere Zeit hineinschreiben würde: als lesbische Frau. Diese beiden Fragen ließen mich nicht mehr los und ich begann zu recherchieren. In der Bibliothek entdeckte ich unter anderem das Buch „Helden gegen das Gesetz“ von Helmut Höfling.

Höfling schrieb in einem witzigen und intensiven Erzählton, der mich später beim Schreiben immer wieder anspornte. Die vielen Fakten, die er in Archiven und alten Schriften recherchiert hatte, brachten mir die Räuberhelden näher, die bis heute den Stoff für Geschichten liefern – auch zur Legende von Robin Hood. Denn dass Robin wirklich existiert hat, konnte bisher nicht bewiesen werden. Auch wenn in der Schatzkammerrolle von Yorkshire für das Jahr 1230 ein gewisser „Robertus Hood fugitivus“ erwähnt wird und Robin Hood um 1400 in Chroniken als historische Gestalt auftaucht, so scheint er doch eine Schöpfung der Volksphantasie zu sein. Diese stützt sich auf die Zeit um 1066, als sich sächsische Bauern und Edelleute gegen die normannischen Eroberer zu Wehr setzen mussten und einige durch ihren Mut hervorstachen.

Doch es gibt einen Mann, der als reales Urbild der literarischen Räuberhauptmänner gesehen werden kann. Am 1. April 1734 wurde Angelus Josephus Duca in der italienischen Provinz Salerno geboren. Er hätte ein Leben als Bergbauer führen können, doch durch einen Streit mit dem Feldhüter des Herzogs, zog er dessen Zorn auf sich. Angelo floh in die Berge und kämpfte von da an für die Unterdrückten, wobei er rohe Gewalt verabscheute und stets eine bestimmende Höflichkeit an den Tag legte. Tausende wählten damals das Leben als Räuber, doch durch seine besondere Art wurde Angelo für die Bevölkerung zum Helden.

Angelos Geschichte inspirierte den deutschen Schriftsteller Christian August Vulpius und er erschuf um 1799 den Räuberhauptmann Rinaldo Rinaldini – diese Figur gibt es bis heute, in neuen Geschichten, Filmen und Theaterstücken. Viele ihrer Charakterzüge wiederum finden sich auch bei Robin Hood. Ich bin sehr dankbar, wie sich manchmal im Leben alles zusammenfügt. Während ich meine Recherchen kurz unterbrach, wurde das vergilbte Buch von Höfling von 1977 aus dem Bestand der Bibliothek ausgesondert. Hätte ich dort später mit der Recherche begonnen, wer weiß, auf welche Quellen ich stattdessen gestoßen wäre und welcher Erzählton mich beim Schreiben begleitet hätte. Das Angebot der Bibliothekarin, mit mir in den Container des Papierkellers zu klettern um das Buch zu suchen, musste ich zum Glück nicht annehmen, da ich noch eine Ausgabe im Internet in einem Antiquariat fand.

Cover

Während der Entwicklung der Geschichte stellte ich mir immer wieder die Frage: Wie würde es meiner Robin in unserer heutigen Gesellschaft gehen, wenn sie sich für andere einsetzte und ihre Interessen hinten anstellte?

 

 

 

 

 

 

Meine Heldin, Robin, wurde mit jeder Zeile, die ich über die alten Räuber las, lebendiger. Was würde ihr in unserer heutigen Gesellschaft widerfahren, wenn sie sich engagierte und für andere einsetzte? Gleichzeitig begann ich nach einer interessanten Frau zu suchen, in die Robin sich verlieben würde. Robin musste oft gegen das Gesetz handeln, wie würde sie sich wohl verändern, wenn ihr Herz plötzlich von einer Frau erobert wird, die voll und ganz hinter diesen Regeln steht? Ich vertiefte mich in die Kriminaltechnik und war fasziniert von der komplexen Arbeit der Techniker und Wissenschaftler. Indem sie die feinsten Spuren sichtbar machen, die kleinsten Details analysieren und diese Indizien zusammenfügen, helfen sie Fälle jeglicher Art aufzuklären. Ich sah eine neugierige Frau vor mir, mit viel Energie und dem Einsatz für das Gute: Hannas und Robins Geschichte konnte beginnen. Ich freue mich, sie endlich mit euch teilen zu dürfen und hoffe, ihr habt viel Vergnügen, die beiden bei ihrer Suche nach Gerechtigkeit und Liebe zu begleiten.

Interview

Wenn euch interessiert, wie es nach der Recherche mit dem Schreiben klappte, könnt ihr das in dem Interview nachlesen, das Anna Thur mit mir nach der Veröffentlichung geführt hat:

http://www.annathur.de/frei-nach-robin-hood-ina-steg-ueber-das-schreiben/

     Weitere Infos zu dem Roman gibt es beim Ylva Verlag: http://ylva-verlag.de/buecher/eine-diebin-zum-verlieben/

Ein Gespräch mit Ulrike Dietmann

ulrike-dietmann

                                        

       „Trau dich was!“

 

 

 

 

 

Ulrike Dietmann veröffentlicht Ratgeber und Geschichten, die Leserinnen und Leser dazu bringen, sich auf eine Reise zu begeben, hin zu sich selbst. Nach dem Studium der Philosophie, Theaterwissenschaften, Publizistik und dem Szenischen Schreiben arbeitete die Bad Mergentheimerin als Freie Autorin, schrieb Hörspielgeschichten, Heftromane, Drehbücher und für das Theater. Schon bald half sie anderen Autorinnen und Autoren als Schreibdozentin und -coach und gründete 2008 die „Pegasus-Schreibschule“. Um jedem einen besonderen Weg zu ebnen, einen Pfad zu seiner Authentizität und seinen Gefühlen zu finden, widmet sich Dietmann der pferdegestützten Persönlichkeitsentwicklung. Im Rahmen ihres Unternehmens „Spirit Horse“ bietet sie Workshops an; im Jahr 2009 gründete sie zudem den Verlag „Spiritbooks“. Im Netz findet man Informationen über sie auf ihrer Homepage oder bei Facebook.

Liebe Ulrike, deinem Ratgeber „Heldenreise ins Herz des Autors – Das Handwerk der Inspiration“ hast du folgendes Zitat von Rumi aus dem 13. Jahrhundert vorangestellt:

Klammere dich ans Verrücktsein

Konventionelle Meinungen sind der Ruin unserer Seele,

etwas Geliehenes, das wir mit Eigenem verwechseln.

Da ist es besser, nichts zu wissen;

klammere dich lieber ans Verrücktsein.

Lass die Sicherheit fahren

und sei zu Hause unter den Gefahren.

Lass den guten Namen hinter dir

und nimm die üble Nachrede hin.

Ich habe lange mit vorsichtigen Gedanken gelebt;

jetzt werde ich verrückt werden.

… was bedeuten dir diese Zeilen?

Sie drücken im Wesentlichen das aus, was ich vermitteln möchte. Ich denke, dass viele Menschen mehr wagen und sich trauen sollten, freier zu denken. In jedem von uns steckt ganz viel Potenzial, mehr als man ahnt. Das würde hervorgebracht, wenn man die gewohnten und vorgeschriebenen Pfade verließe und sich traute wilder und verrückter zu sein.

Spiegelt sich diese Zurückhaltung auch bei den deutschen Autorinnen und Autoren wider?

Ja, leider. Ich erlebe das vor allem bei meinen Reisen durch viele verschiedene Länder, denn ich entdecke dort Texte und Geschichten, die nicht nach einem bestimmten Schema geschrieben wurden. Die deutschen Schriftstellerinnen und Schriftsteller sind da eher zurückhaltend. Ich könnte mir vorstellen, dass unsere Literatur davon aufleben könnte und vor allem in anderen Ländern wieder mehr auffallen würde.

Dann würde man als Autor jedoch auch die Angst besiegen müssen, nicht markttauglich zu sein.

Das wichtigste ist, dass die Leser berührt werden. Die Kraft einer Geschichte, eines Textes entwickelt sich nur dann, wenn die Autorin oder der Autor beim Schreiben authentisch war. Wenn er oder sie sich ganz und gar mit dem Thema identifiziert und beschäftigt und mit Leidenschaft und Liebe alles dafür tut, die Worte und seine Botschaft für andere auf das Papier zu bringen, dann wird der Text einen Weg zu seinem Leser finden.

buchcover-heldenreise-2

 

 

 

 

 

Warum hast du vor acht Jahren die Pegasus Schreibschule gegründet?

 

 

Ich wollte einen schönen Ort schaffen, an dem kreatives Potenzial frei fließen kann. Ich halte nicht so viel von den klassischen Lernzimmern, bei mir gibt es bequeme Sofas und bunte Stühle und wir gehen zwischendurch raus in die Natur. Durch die Coachings und Workshops möchte ich jedem etwas mitgeben, das er für sich nutzen kann. Ich kann mir in dieser Zeit den einzelnen Menschen anschauen und individuell auf ihn eingehen. Wir sind bei den Workshops meist neun Leute, jeder bringt seine persönlichen, speziellen Ideen mit, die wir vor allem nach dem Modell der Heldenreise ausbauen. Jeder hat eine ganz eigene Stimme und Botschaft und mir ist es wichtig, diese auszugraben. Ich denke, es ist für jeden gut, einen Lehrer zu haben, das erleben wir in vielen Bereichen unseres Lebens. Manchmal kann nur jemand Außenstehendes die Probleme erkennen und benennen oder das Potenzial bestimmter Ideen greifbar machen und dadurch die Entwicklung beschleunigen.

Könntest du das Modell der Heldenreise erläutern?

Die Heldenreise ist ein geniales Modell des Geschichtenerzählens. Damit kann jeder Autor in recht kurzer Zeit lernen, Geschichten zu erzählen, die garantiert spannend sind. Die Heldenreise führt die Hauptfigur durch eine Entwicklung, in der sie eine wahre Veränderung erfährt. Das ist der Kern aller echten Geschichten. Die Heldenreise wird auch in der Persönlichkeitsentwicklung verwendet und ist das effektivste und nachhaltigste Modell für Veränderung, das ich kenne. Sie hört nie auf, mich zu faszinieren. Die Heldenreise beschreibt die Grundstruktur von Geschichten, wie sie zu allen Zeiten in allen Kulturen erzählt wurden. Sie ist deshalb so erfolgreich, weil sie die einzelnen Stadien beschreibt, die die menschliche Psyche durchläuft, wenn sie sich verändert.

Seit 2008 bietest du im Rahmen deines Unternehmens Spirit Horse die spirituelle Persönlichkeitsentwicklung mit Pferden an. Im Umgang mit den Tieren kommt das eigene Innere zum Vorschein. Warum ist das so?

Tiere reagieren auf das Authentische in einem Menschen. Die Pferde nehmen nur Kontakt auf, wenn du ganz und gar du selbst bist, sie zeigen dir den Unterschied zwischen wahrem Sein und falschen Selbst, denn du kannst ihnen nichts vormachen. Pferde erkennen das Lebendige in dir und antworten darauf. Die Begegnungen mit den Pferden laufen für jeden unterschiedlich ab, es sind ganz persönliche Erfahrungen, die dich auf die unterschiedlichsten Weisen stärken.

cover

 

 

 

Viele deiner Erkenntnisse gibst du auch in Ratgebern wieder. Deine Bücher erscheinen mittlerweile in deinem eigenen Verlag Spiritbooks, das Kernteam besteht aus vier Leuten sowie zwanzig Autorinnen und Autoren. Was hat dich motiviert, es mit einem eigenen Verlag zu versuchen?

 

 

Als ich mich mit den Möglichkeiten beschäftigte, was dieses selbstbestimmte Arbeiten bedeutet, habe ich eine große Befreiung und Freude erlebt. Für alles rund um ein Buch verantwortlich zu sein, für den Inhalt, den Titel und das Cover und für die Autorinnen und Autoren da sein zu können, bringt besondere Erfahrungen und viele schöne Momente mit sich. Und manchmal erreichen mich Texte, die für andere Verlage nicht lukrativ genug wären. Ich freue mich, dass ich diesen Schriftstellern eine Plattform geben kann.

Werfen wir einen Blick hinter die Kulissen, wie entsteht bei euch ein Cover?

Ganz oft haben die Autorinnen und Autoren schon eine eigene Vorstellung davon, diese ergänzen sie dann mit eigenen Fotos; manche kennen auch Malerinnen oder Maler und sie finden Bilder, die zu ihren Texten passen. Wir schauen gemeinsam, welches Bild die emotionale Botschaft am besten rüberbringen kann. Die Entwicklung von Covern ist spannend, denn dabei passieren manchmal unvorhersehbare Dinge. Die Cover fliegen einem regelrecht zu. Wir hatten das Cover für mein Buch „Das Medizinpferd“ schon festgelegt. Kurz darauf klingelte es an meiner Haustür und die Malerin Daniela Roßner fragte mich, ob sie mir ihre Mappe zeigen könnte und mein Cover lag plötzlich vor mir.

Du schreibst jedes Jahr ungefähr zwei Ratgeber, gibst um die fünfzehn Workshops und einzelne Coachings und bildest Trainer in der Heldenreise mit Pferden aus. Wie geht deine Reise weiter?

Im Augenblick entsteht mein erster Online-Lernkurs und ich bin dabei, Filme für YouTube zu machen. Ich bin fasziniert von den vielen Möglichkeiten, die die Entwicklung der Technologie bietet. Da ich ein Mensch mit einer Mission bin, sucht etwas in mir immer nach neuen Wegen, Menschen zu erreichen. Das ist meine Natur: andere zu berühren, Menschen zu begegnen und mit ihnen zu wachsen. Das macht mich glücklich.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

 

Bildrechte: Ulrike Dietmann

 

Gewinner der Verlosung stehen fest

DSC_0021

 

                Gewonnen haben K. und L., sie wurden elektronisch                            benachrichtigt.

 

 

Ich bedanke mich herzlich für eure Teilnahme an meiner Verlosung. Schaut doch wieder mal vorbei (oder hinterlasst eure E-Mail-Adresse), es gibt bald bestimmt wieder etwas, das ich mit und wegen euch feiern werde.

Eure Ina Steg

Verlosung – 2 Überraschungspakete mit viel Lesefutter

cover_Alles-nur-Kulisse_500x800

 – Die Verlosung ist beendet –

Vor genau einem Jahr, am 22. Juli, erschien mein Debüt-Roman

„Alles nur  Kulisse“

im Ylva Verlag. Das möchte ich mit euch feiern und verlose deshalb zwei dicke Überraschungspakete mit meinen Lieblingsgeschichten, Lesefutter und je einem signierten Exemplar von „Alles nur Kulisse“.

 

 

 

Und hier sind die Teilnahmebedingungen:

– In den Lostopf kommt jeder, der:

  • die Tweets zur Verlosung retweetet,
  • mir per Mail (Ina.Steg@firemail.de) oder DM über Twitter eine Nachricht mit dem Stichwort „Verlosung“ schickt,
  • oder mir über das Kontaktformular unter diesem Beitrag eine Mitteilung mit dem Stichwort „Verlosung“ sendet.

Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung des Posts und

endet am Mittwoch, 27.07.2016 um 23.59 Uhr.

– Am Donnerstag, 28.07.2016, entscheidet das Los, wer gewinnt. Die Gewinner werden anonymisiert auf dem Blog bekannt gegeben und zusätzlich elektronisch benachrichtigt.

– Mit dem Eingang der Mail, einem Retweet oder der Abgabe eines Kommentars bestätigst du, dass du die Teilnahmebedingungen gelesen und akzeptiert hast.

– Deine Daten werden nur für die Verlosung genutzt und danach gelöscht.

– Der Versand der Bücher erfolgt per Post nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.

– Für den Postweg übernehme ich keine Haftung.

– Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind 18 Jahre alt oder haben das Einverständnis ihrer Eltern.

– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auf diesem Weg möchte ich mich herzlich bei allen Leserinnen und Lesern meines Blogs und meiner Geschichten bedanken und wünsche viel Glück bei der Verlosung.

Eure Ina Steg

Ein Gespräch mit Franziska Kirchhoff

Kirchhoff

„Das Lektorat hat mich sehr gefordert. Durch die Flut an Feedback, habe ich mich zunächst völlig weggespült gefühlt.“

 

 

 

 

Franziska Kirchhoff hat im Frühjahr diesen Jahres ihren Debüt-Roman „Neustart Berlin“ im Ylva Verlag veröffentlicht. In der gefühlvollen und abwechslungsreichen Geschichte geht es um die Turbulenzen eines Neuanfangs, die Unsicherheit beim Kennenlernen eines neuen Menschen und das Entdecken intensiver Gefühle.

In ihrer Freizeit ist die Wahlberlinerin oft mit ihrem Hund Rudi in der Natur unterwegs und erkundet bei langen Spaziergängen vor allem abgelegene Orte. Zudem geht sie gerne joggen, besucht ihre Familie oder trifft sich mit Freunden, zum Beispiel zum gemeinsamen Karaoke-Singen. Ideen für ein neues Schreib-Projekt gibt es bereits, an dem sie vor allem in den frühen Morgenstunden arbeitet.

 

Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Erzähl doch mal ein wenig über dich, wer bist du, was machst du, wo findet man dich im Netz?

Da startest du zielsicher mit der schwierigsten Frage! Wer bin ich – und wenn ja wie viele?

Ich bin Franziska, die magische 30 habe ich bereits hinter mir gelassen. Wenn ich nicht Unternehmen in Marketing-Angelegenheiten berate, bin ich mit meiner Frau und unserem Hund Rudi zusammen. Seit 2011 leben wir in Berlin. Ich mag die Anonymität der Großstadt, die hat mir in dem kleinen Ort in Brandenburg, wo ich aufgewachsen bin, gefehlt. Was mich immer noch mit diesem Ort verbindet, ist meine Familie – die steht für mich über allem – und die Natur. Ich mag Aktivität, bin aber wenig spontan. Ich treib gern Sport, passe mich aber ungern dem Tempo anderer an. Ich bin sehr kritisch, aber keine Angst – am meisten mit mir selbst. Im Netz findet man mich bevorzugt auf Facebook. Ich freue mich über jeden Like für meine Autorenseite und weiß ehrliches Feedback wirklich sehr zu schätzen!

Wie lange schreibst du schon?

Angefangen hat das in der ersten Klasse, mit dem ABC. Mein Schriftbild ist in etwa auf diesem Stand geblieben. Ich hatte schon immer eine recht blühende Phantasie. In der Grundschule habe ich begonnen, meine erste Geschichte aufzuschreiben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich bis zum Ende durchgehalten habe. Falls ja, gab es sicherlich ein Happy End – und vermutlich auch ein Einhorn. Dann hatte ich eine Durststrecke, die von der schlimmen Phase der Pubertät unterbrochen wurde. In dieser Zeit habe ich mich an Gedichten versucht. Es ging um Weltschmerz, verschmähte Liebe und glücklicherweise auch irgendwann um das Geschenk der Gefühlserwiderung. Dann kam wieder eine Weile nichts – das Gefühl musste ja schließlich ausgekostet werden. Während des Studiums kehrte irgendwann meine Lust am Schreiben zurück. Nach ein paar eher privat motivierten Kurzgeschichten entstand schließlich „Neustart Berlin“ bzw. „Einfach ein Gefühl“ – so lautete der ursprüngliche Arbeitstitel.

Wodurch hast du deine Leidenschaft für das Schreiben entdeckt?

Am Anfang war das Schreiben ein Ventil für mich. Ich habe Tagebuch geführt, dadurch Erlebnisse besser reflektiert und erkannt, dass es mir gut tut, mich auf diese Weise mit mir selbst auseinanderzusetzen. Mir fiel es schon immer sehr viel leichter Gefühle schriftlich auszudrücken. Inzwischen ist das Schreiben für mich zu einer Art Auszeit geworden. Ich tauche dann in eine ganz andere Welt ein. Plötzlich geht es nicht mehr um mich, meine Probleme oder Erlebnisse. Mich gedanklich und emotional komplett auf diese Phantasie einzulassen, gibt mir neue Energie, macht mich ganz munter und beflügelt so wiederum meine reale Welt.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Ylva Verlag?

Ich würde sagen, es war Glück in letzter Minute. Ich hatte Kontakt zu mehreren Verlagen, die unterschiedliche Bedingungen an eine Zusammenarbeit stellten. Teilweise konnte oder wollte ich dem nicht gerecht werden. Ich stand kurz davor, mein Manuskript im Self-Publishing herauszubringen. Dann kam die Zusage vom Ylva Verlag und hier stimmte glücklicherweise alles: mein Gefühl und die Vertragsbedingungen.

Cover_Neustart-Berlin

Was hast du beim Lektorat über deinen Schreibstil gelernt? Kam neuer Input hinzu bzw. Vorschläge, die du beim nächsten Projekt intensiv umsetzen wirst?

Das Lektorat hat mich sehr gefordert – als Autorin, aber auch als Mensch. Da kam auf einmal so eine Flut an Feedback, dass ich mich zunächst völlig weggespült gefühlt habe. Ich musste erst lernen, dass ich mein Buchstaben-Baby nicht beschützen muss. Nachdem ich Denise, meine Lektorin, kennengelernt habe, wurde alles viel leichter. Wir haben Szenen gekürzt, umgestellt und einige neue Übergänge geschaffen. Ich neige dazu, Szenen zu schnell auszublenden, meine Kopfkamera springt einen Tick zu voreilig ins nächste Bild. Diese Erkenntnis ist eine von vielen, die ich in zukünftigen Projekten beherzigen werde.

Wie integrierst du das Schreiben in deinen Alltag?

In der Regel klingelt mein Wecker um 5 Uhr. Da ich kein Snoozer bin, springe ich dann auch sofort aus dem Bett – in regen Schreibphasen sogar höchst motiviert. Um in einer Arbeitswoche auch privat kreativ und produktiv zu sein, nutze ich die Morgenstunden. Ich brauche Ruhe und muss geistig noch ganz unverbraucht sein. Nach der Arbeit bin ich nicht mehr in der Lage auch nur einen geraden Satz zu denken. Am Wochenende fällt es mir verrückter Weise schwerer mir diesen Freiraum zu schaffen oder die Selbstdisziplin aufzubringen, um mich mehrere Stunden vor den Rechner zu klemmen.

Wie viel Zeit investierst du pro Woche ins Schreiben?

Das ist ganz unterschiedlich. Es gab Zeiten, da schrieb ich jeden Morgen ein bis zwei Stunden. Momentan befinde ich mich allerdings in einer schreibfreien Phase. Das ist aber nicht untypisch für mich, da sich mein Fokus immer mal wieder verschiebt. Ich habe das nächste Projekt schon fest im Blick, mir fehlt nur noch der letzte Motivationsschub.

Wie entsteht bei dir eine Geschichte, von der ersten Idee bis zum fertigen Text?

Hm. Ich wünschte, ich wüsste das so genau. Häufig komme ich gar nicht weiter als bis zur ersten Idee. Die ist dann aber auch wirklich der Anfang der Geschichte, wäre also quasi das erste geschriebene Kapitel. Gedanklich stehen die Ausgangssituation und zumindest die Charakterzüge des Hauptprotagonisten fest, bevor ich Entwicklungsszenarien durchspiele. Ich grübele oft schon sehr detailliert über Szenen oder Dialoge nach – lange bevor ich das erste Wort geschrieben habe. Wenn ich dann endlich zu schreiben beginne, entwickelt sich eine ganz eigene Dynamik, die ich gar nicht wirklich kontrollieren kann. Häufig wird alles, was ich in meinen Gedankenexperimenten schon beschlossen hatte, komplett über den Haufen geworfen und neu kreiert. Die nächste Session beginnt immer damit, dass ich das zuletzt geschriebene lese und überarbeite. Danach bin ich wieder ganz in dem Gefühl drin und kann weiterschreiben. Leider muss ich zugeben, dass es für mich keinen wirklich finalen Text gibt. Würde man mir „Neustart Berlin“ zum Editieren reichen, würde ich mit Sicherheit Änderungen und vermeintliche Verbesserungen vornehmen.

Wodurch formst du dein Schreiben? Liest du zum Beispiel Schreibratgeber, oder bist du in bestimmten Foren unterwegs?

Am Anfang habe ich mich durch ein paar Foren und Blogs gelesen. Aber ich bin kein rationaler Theoretiker. Ich muss selbst erleben, was bewusst eingesetzte Schreibtaktiken mit mir als Leser machen. Daher hat sich meine Art des Lesens verändert. Ich achte mehr auf Erzählperspektiven, Figurenentwicklung und das Verhältnis zwischen beschreibenden Passagen und Dialogen. Trotzdem fällt es mir schwer, mich in meinem Schreib-Flow zu bremsen, das Bauchgefühl kurz auszuschalten und stattdessen den eigenen Text analytisch zu bewerten. Glücklicherweise habe ich einen besten Freund, der meine Texte leidenschaftlich gern auseinanderpflückt.

Möchtest du deinen Leserinnen und Lesern noch etwas mitteilen?

Ich liebe es, wenn mich eine Geschichte richtig packt und ich in Lesepausen oder nach dem Auslesen noch ein wenig die Emotion der Story in mir trage oder sich meine Gedanken verselbstständigen und weiter um die Handlung kreisen. Daher wünsche ich den Leserinnen und Lesern ganz viele solcher tollen, einnehmenden Lesemomente und würde mich freuen, mit meinem Schreiben etwas dazu beitragen zu können. Übrigens bin ich sehr neugierig auf die „Neustart Berlin“ Leseerfahrungen – also gern her damit!

Bildrechte: Franziska Kirchhoff

 

Ein Gespräch mit Anne Bax

Anne

 

 

   „Ich schätze die wunderbare Energie,

die gemeinsames Lachen erzeugt“  

 

 

 

 

Von der Schriftstellerin Anne Bax wurde 2003 die erste Kurzgeschichtensammlung mit dem Titel „Wirklich ungeheuer praktisch“ veröffentlicht. Seitdem kamen zwei Romane, zwei Kurzgeschichtensammlungen und ein Kochbuch, in Zusammenarbeit mit Cornelia Böhm, hinzu.
Anne Bax bringt Menschen gerne zum Lachen und das gelingt ihr mit facettenreichen Texten, besonderen Metaphern und detailreichen Szenen. Ihre Geschichten und Gedichte handeln vom Suchen, Finden und Erleben der Liebe, von den besonderen und komischen Begegnungen zwischen zwei Menschen und immer wieder von vielfältigen alltäglichen Momenten. Einige der Texte präsentiert Anne Bax zusammen mit der Musikerin und Sängerin Anika Auweiler in dem Programm „Spaß beiSaite“. Im Netz findet man sie unter anderem auf Facebook und hier: http://baxbaxbax.de.

Liebe Frau Bax, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für das Interview nehmen. Erzählen Sie mir ein wenig über sich: wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin Anne Bax und alt genug um bei vollem Bewusstsein erlebt zu haben wie Abba 1974 den Eurovision Song Contest gewonnen hat. Ich bin nicht ganz sicher was es über mich sagt, dass ich mich ausgerechnet daran so gut erinnere.
Ich habe Kommunikationswissenschaft/Geschichte/Psychologie studiert und in irgendeinem Ordner hinter meinem Schreibtisch liegt ein Zettel auf dem man nachlesen könnte, dass ich all das mit einem Magistertitel abgeschlossen habe. Wenn ich keine Bücher schreibe, entwerfe ich wahnsinnig tolle Werbetexte für eine PR-Agentur.

Wie fing das an, mit Ihnen und der Leidenschaft für das Schreiben?

Ich empfinde für das Schreiben nur selten Leidenschaft, das Schreiben und ich haben eine eher schwierige Beziehung und bräuchten eigentlich eine gute Paartherapeutin. Ich liebe fertige Bücher, ich liebe es Menschen zum Lachen zu bringen, ich hasse es dafür stundenlang allein am Schreibtisch sitzen zu müssen.

Wann wurde Ihnen klar, dass Sie Ihre Geschichten gerne veröffentlicht sehen würden und wie ging es dann weiter?

So richtig weiß ich das gar nicht mehr. Ich glaube, ich hatte eine Geschichte geschrieben, die mir so gelungen erschien dass ich das gewagt habe und es hat im ersten Anlauf funktioniert.

Haben Sie sich viel selbst über das Schreiben beigebracht oder beibringen lassen? Gibt es zum Beispiel Schreibratgeber, die Ihnen wichtig sind oder Menschen, von denen Sie Besonderes gelernt haben?

Ich halte nichts von Schreibratgebern und lerne eher indem ich amerikanischen/englischen Comedians zuhöre oder ihre Werke lese. Ich versuche zu verstehen wie Tina Fey, Kathy Griffin, Amy Poehler, Steven Colbert, Jon Stewart, Kate Clinton, Craig Ferguson oder Nina Conti ihr Publikum zum Lachen bringen.

Wie wichtig ist es Ihnen, mit anderen zusammen zu lachen?

Ungeheuer wichtig. Es gibt diese grandiosen Momente, gerade bei „Spaß beiSaite“, wo wir beide auf der Bühne und das Publikum uns gegenseitig zum Lachen bringen … das ist großartig.

Wie schafft man es Texte zu schreiben, mit denen man viele zum Lachen bringen kann?

Ich vermute, dass das ein Talent ist, das man einfach hat. Das man dann aber sicher schärfen kann, indem man den Meistern und Meisterinnen dieser Zunft zuhört.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen für die Figuren? Wie viel Zeit stecken Sie in deren Entwicklung, bevor Sie anfangen zu schreiben?

Ideen liegen überall im Alltag herum und springen mich auch überall an. Ich erdenke einen längeren Text erst eine ganze Weile bevor ich ihn aufschreibe. Kurze Texte entstehen manchmal aus einem einzigen Augenblick heraus.

Ende letzten Jahres ist Ihre neue Kurzgeschichtensammlung „Love me Tinder“ erschienen. Darin präsentieren Sie amüsante, erotische und ernstere Texte. Wie entsteht so eine Zusammenstellung? Nehmen Sie sich zum Beispiel konkret verschiedene Thematiken vor und entwickeln dazu die Texte?

Im Falle von „Love me Tinder“ sind die Texte zum großen Teil für „Spaß beiSaite“ entstanden und Teil unseres Programms. Ich nehme mir sonst selten konkret ein Thema vor, sondern warte auf eine Idee, die mich amüsiert.

Woran arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite an den Texten für das neue „Spaß beiSaite“ Programm und an einem neuen Roman.

Seit wann gibt es das Programm „Spaß beiSaite“? Mit wem treten Sie dort gemeinsam auf und wie kam es zu der Zusammenarbeit?

„Spaß beiSaite“ gibt es seit ungefähr vier Jahren und besteht aus mir und der genialen Anika Auweiler, die Musikerin, Sängerin und Multitalent ist. Eine gemeinsame Bekannte hatte uns einander vorgestellt, weil sie glaubte, dass unsere Talente gut zusammen passen würden. Das stimmte so sehr, dass wir seitdem in vielen deutschen Städten vor begeistertem Publikum aufgetreten sind. Auch in diesem Jahr werden wir wieder eine kleine Tour durch die Republik machen.

Wie viele Auftritte gibt es von Ihnen im Jahr? Wie bereiten Sie diese mit Anika Auweiler vor?

„Spaß beiSaite“ macht ungefähr 10 Auftritte im Jahr, dazu kommen bei mir noch einige Lesungen und bei Anika Solo-Konzerte. Da wir in ständigem, digitalen Austausch sind, entsteht das Programm fast nebenbei bei unseren Telefonaten und in unseren Nachrichten. Wir leben 500 km voneinander entfernt und treffen uns ab und zu für ein paar arbeitsreiche Wochenenden.

Was schätzen Sie an den Auftritten vor Publikum?

Die wunderbare Energie, die gemeinsames Lachen erzeugt.

Wie organisieren Sie Ihren Arbeitsalltag? Haben Sie zum Beispiel feste Zeiten, in denen Sie schreiben?

Ich wünschte ich hätte das. Ich muss mich leider immer wieder zur Disziplin zwingen, entkomme mir dann selber immer wieder und fange mich auch selber wieder ein. Es ist ein ewiger Kampf, gute Anne gegen böse Anne, fleißige Anne gegen faule Anne und es ist nie sicher wer an einem bestimmten Tag gewinnt.

Verraten Sie mir Ihre Lieblingsorte an denen Sie sich Kraft und Inspiration holen?

Ach, ich wünschte ich könnte jetzt von diesem einsamen kleinen See im Wald schreiben, der mich mit seiner verwunschenen Kraft zum Verweilen und Schreiben einlädt, aber der ist es leider nicht. Meine Inspirationsquelle ist Walt Disney World in Florida und ich verbringe dort jedes Jahr eine ungesund lange Zeitspanne um mich zu erfreuen.

 

                                 Geschichten, Gedichte und Texte von Anne Bax

Die komplette Übersicht gibt es auch auf der Amazon-Autorenwebsite von Anne Bax.

Bildrechte: Anne Bax

Adventsumfrage zu meinem Blog – mit Verlosung

20.12.2015: Die Umfrage wurde beendet. Vielen lieben Dank für eure Rückmeldungen (über die ich mich natürlich auch weiterhin freue). Der Gewinner des Buches (E.B.) wurde benachrichtigt.


Meine Internetseite gibt es nun seit knapp einem halben Jahr. Damit ich sie auch intensiv nach euren Vorstellungen und Interessen gestalten kann, würde ich mich über Rückmeldungen zu meinen Blog-Kategorien freuen:

– Interviews

Über das Schreiben

Gastbeiträge:

Drei Stichworte – eine Geschichte

Ein Foto und seine Geschichte

Die Rückmeldung kann per Mail an mich (Ina.Steg@firemail.de), als DM bei Twitter oder als Kommentar unter diesem Blogbeitrag erfolgen.

Als Dankeschön verlose ich unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Exemplar des Romans

„Die Mondspielerin“ von Nina George.

DSC_1198

Und hier sind die Teilnahmebedingungen:

– In den Lostopf kommt jeder, der:

  • die Tweets zur Adventsumfrage retweetet,
  • oder mir per Mail (Ina.Steg@firemail.de), über DM bei Twitter oder in einem Kommentar unter diesem Blogbeitrag schreibt, welche Kategorie ihm am besten gefällt und wozu er sich mehr Beiträge wünschen würde.

Die Umfrage beginnt mit der Veröffentlichung des Posts und
endet am Samstag, 19.12. um 23.59 Uhr.

– Am Sonntag, 20.12.2015, entscheidet das Los, wer das Buch erhält. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird anonymisiert auf dem Blog bekannt geben und zusätzlich elektronisch benachrichtigt.

– Mit dem Eingang der Mail bzw. der DM oder einem Retweet und/oder einem Kommentar bestätigst du, dass du die Teilnahmebedingungen gelesen und akzeptiert hast.

– Deine Daten werden nur für die Verlosung genutzt und danach gelöscht.

– Der Versand des Buches erfolgt per Post nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.

– Für den Postweg übernehme ich keine Haftung.

– Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind 18 Jahre alt oder haben das Einverständnis ihrer Eltern.

– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ich freue mich sehr auf eure Rückmeldungen und wünsche euch eine schöne und besinnliche Adventszeit,
eure Ina Steg

„Willst Du mit mir …“ Resümee zum Schreibprojekt

3

Zwei Autorinnen,

eine Geschichte – ein Experiment: Das Resümee

 

 

Genau vor einem Jahr, im November 2014, schrieben wir die ersten Sätze unserer gemeinsamen Geschichte und starteten damit ein Schreibprojekt, das uns viele Monate begleitete.
Alles begann mit der Frage von Ina an Anna: „Willst Du mit mir schreiben?“
Nun haben wir in einem Gespräch ein Resümee aus den Erfahrungen gezogen, an denen wir andere gerne teilhaben lassen möchten.

Ina: Immer mal, wenn ich abgedruckte Briefwechsel zwischen Künstlern las, war ich fasziniert davon, wie diese durch ihren Austausch inspiriert wurden, worüber sie diskutierten und stritten und wie sich ihre Art zu Schreiben im Laufe der Zeit veränderte. Anna Thur kannte ich seit einiger Zeit über Twitter. Ich hatte schon Geschichten von ihr gelesen und redigiert und immer wieder merkte ich danach, dass etwas ihres Erzähltons in mir nachschwang. Ich stellte mir die Frage, ob es klappen könnte, gemeinsam eine Geschichte zu schreiben. Also fragte ich sie.

Anna: Wenn ich an die Situation denke, muss ich heute noch schmunzeln. Auf der einen Seite hatte ich ein supergutes Gefühl bei Ina, aber zu dem Zeitpunkt war sie ohne ein Gesicht und mit dem Namen Yeeaaaahhrr unterwegs. Das machte es ‚spannend‘ …

Ina: Ach ja, das war noch meine Findungsphase auf Twitter. Anna hat später mal gesagt, dass sie ein gutes Bauchgefühl gehabt hätte und ich finde es total schön, dass sie dem gefolgt ist. Mir hat es auch wieder gezeigt, dass man trotz der weitverbreiteten Anonymität in den Sozialen Medien neue Leute kennenlernen kann, man braucht halt etwas Mut und Geduld.

Was gab es für Überlegungen und wer schrieb den Anfang?

Anna: Nach dem Beschluss, dass wir zusammen schreiben, kam erst mal die große Frage: Wie jetzt eigentlich? Wie geht das, was brauchen wir? Wir haben uns öfter geschrieben, uns herangetastet und wussten trotzdem erst nicht so richtig, wie wir anfangen sollten.

Ina: Wir stellten zunächst einige Regeln auf, zum Beispiel, dass jede bei ihrem Part minimal einen Absatz, und maximal eine Seite schreiben sollte.

Anna: In einem Worddokument haben wir uns ausgetauscht, Fragen formuliert, Dinge, wie zum Beispiel die Regeln zur Abschnittslänge festgehalten. Ich hab dann einfach folgende Fakten in den Raum geworfen: Renate, Hauptbahnhof und Hamburg, weil ich Hamburg so mag und Ina hat den Anfang geschrieben, da wir unbedingt loslegen wollten.

Ina: Um ein Ziel vor Augen zu haben, setzten wir uns als Schlusstermin Ende Februar 2015. Das Schreiben machte aber solchen Spaß, dass wir die Deadline verlängerten. Es wurde Sommer.

Was passierte während des Schreibens? Was war schwierig? Was lief gut?

Ina: Ich weiß noch, dass ich es zu Beginn sehr schwierig fand, von meinem eigenen Plan für die Geschichte wegzukommen. Ich hatte einen starken Fokus auf die Wetten gelegt und hielt diese für den roten Faden der Geschichte, somit wollte ich den auch immer wieder aufgreifen. Schon nach einigen Absätzen lief Renate mir jedoch regelrecht davon und wurde in ein ganz neues Abenteuer verwickelt.

Anna: Ich merkte auch, dass wir in unterschiedliche Richtungen strebten. Fand das aber sehr spannend, weil wir ja am Anfang extra beschlossen hatten, dass wir das offen halten. Schwieriger fand ich, in einen Schreibrhythmus reinzukommen, der Text wird deshalb auch erst später flüssiger und es wurde immer einfacher weiterzuschreiben.

Ina: Für mich war es gut, eine Deadline für den Schluss zu haben. Denn so habe ich mich immer wieder gedanklich mit dem Text beschäftigt. Genauso hilfreich war es jedoch, dass wir uns für die einzelnen Abschnitte die Zeit nehmen konnten, die wir brauchten. Ich schrieb sofort weiter, wenn ich direkt in die Szene eintauchen konnte. Wenn ich jedoch die Verantwortung hatte einen Ortswechsel durchzuführen oder eine neue Figur hinzugekommen war, brauchte ich länger.

Anna: Stimmt, so eine Deadline hat echt Vorteile, genauso, wie den Umfang der Abschnitte einzugrenzen. Das nächste Mal würde ich den dramaturgischen Rahmen enger stecken, auch wenn es einschränkt. Dadurch wird die Nacharbeit reduziert und die ist letztlich unsere große Baustelle geworden …

Ina: Uns fehlte ja zu Beginn die gemeinsame Fokussierung auf eine bestimmte Message. Zudem hatten wir nicht festgelegt, ob und wie sich Renate durch die neuen Menschen um sich herum verändert. Das hat sich erst in den letzten beiden Abschnitten herauskristallisiert. Wir müssten nun die ganze Geschichte aufarbeiten, mit der Endaussage im Kopf.

Was geschah, als die Geschichte zu Ende war?

Anna: Zuerst wollte ich gar nicht mehr aufhören, weil die Zusammenarbeit solchen Spaß gemacht hat. Aber wir waren an einen Punkt gekommen, an dem wir etwas an dem Ablauf der Zusammenarbeit hätten verändern müssen. Ohne gemeinsame Abstimmung hätten wir nicht mehr weiterschreiben können, vor allem nicht in dieser Figurenkonstellation. Wir vereinbarten, dass diejenige das Ende schreiben sollte, die es in dem Moment für die Figur am passendsten hielt.

Ina: Ohne es besprochen zu haben, wollten wir beide, dass es für Renate gut ausgeht. Ich hoffe, das ist uns gelungen. Ich würde so ein Schreibprojekt auf jeden Fall wieder machen, allerdings mit konkreteren Überlegungen zu den Hauptfiguren und der Botschaft, so wie Anna es auch schon angesprochen hat. Momentan haben wir leider nicht die Zeit, die Geschichte komplett zu überarbeiten. Wir wollten sie jedoch gern in irgendeiner Form mit anderen teilen und da kam uns die Idee mit dem schrittweise veröffentlichen auf unseren Blogs.

Anna: Und die positiven Reaktionen auf das Veröffentlichen auf unseren Blogs haben uns gezeigt, dass es eine gute Entscheidung war. Obwohl die Geschichte natürlich an der einen oder anderen Stelle holpert und wir ein paar inhaltliche Unstimmigkeiten drin haben, mögen die Leute es, die Geschichte zu lesen und mehr von unserer Arbeit zu erfahren.

Ina: Ich habe bei dieser Art der Zusammenarbeit viel gelernt. Zum Beispiel habe ich mich sehr intensiv auf die Figur eingelassen, weil ich nachempfinden wollte, warum Anna sie nun in dieser Weise handeln lässt oder warum sie plötzlich einen neuen Weg für sie vorgesehen hat. Es war auch mal ganz interessant, nicht komplett allein für die Figuren verantwortlich zu sein, sondern Anna indirekt sagen zu können: so, jetzt übernimm du bitte.

Anna: Das ging mir auch so und da hatten wir wirklich Glück miteinander, dass wir uns vertrauen konnten und unsere Zusammenarbeit in diesem Jahr auch über das Projekt hinaus so gut gewachsen ist. Das ist etwas Besonderes. Danke Dir Ina dafür und für „Willst Du mit mir schreiben?“.

Ina: Das kann ich nur zurückgeben. Na dann, auf ein Neues?

Anna: Ina, wie wäre es, wenn Du das „?“ am Ende Deines letzten Satzes in „!“ änderst?

Ina: Gerne!

Die komplette Geschichte könnt Ihr übrigens hier nachlesen: http://ina-steg.de/willst-du-mit-mir-die-geschichte/.

In einem Gastbeitrag für den Blog von Cori Kane berichten Anna und ich über weitere Aspekte des Projektes: https://seriouswriterdude.wordpress.com/2016/02/11/zwei-autorinnen-eine-geschichte-anna-thur-und-ina-steg-wagen-ein-experiment/.

Wie findet Ihr Projekte dieser Art und wie hat Euch die Geschichte gefallen? Wir freuen uns sehr über Eure Kommentare dazu!

 

error: Content is protected !!